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Dr. Andrea Thorenz trägt den Vernetzungsgedanken in die umwelt- und ressourcenorientierte Forschung

Dr. Andrea Thorenz leitet die interdisziplinären Projekte des Resource Lab, die anwendungsorientierte Forschungsgruppe des Instituts für Material Resource Management der Universität Augsburg. Nach ihrem Studium der Umwelt- und Sozioökonomie arbeitete sie viele Jahre als Projekt- und Studienleiterin in der Wirtschaft. Seit 2009 beschäftigt sie sich intensiv mit den Themen Ressourcenmanagement und –strategie und war am Aufbau des Instituts für Material Resource Management und des Resource Lab beteiligt. Als promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin und Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg verkörpert sie in idealer Weise den Vernetzungsgedanken der umwelt- und ressourcen-orientierten Forschungsprojekte des 2011 gegründeten Resource Lab.

Frau Thorenz, was tragen Sie mit Ihrer Expertise zum Thema Ressourceneffizienz bei?

Die Universität Augsburg gehört mit dem Institut für Material Resource Management zu den führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Ressourceneffizienz, des Ressourcenmanagements und der Ressourcenstrategie. Aber mir hat dabei immer etwas Wichtiges gefehlt: Die Mischung aus Forschung und Anwendung. Deswegen haben wir 2011 das Resource Lab ins Leben gerufen, um anwendungsorientiert zu forschen und unsere Forschungsergebnisse in die Praxis zu übertragen und umgekehrt auch Praxisfragen in die Forschung zu spiegeln.

„Wir möchten nicht, dass unsere Ergebnisse in der Schublade landen, deswegen bringen wir mit dem Resource Lab aktuelle Forschungsergebnisse anwendungsorientiert in die Praxis.“

Ressourceneffizienz ist ein komplexes Thema, das häufig übergreifende und interdisziplinäre Ansätze auch über betriebliche Grenzen hinaus erfordert. Um solche neuen, komplexen Fragestellungen und Konzepte zu bearbeiten, bündelt das Ressource Lab Experten zu Rohstofffragen, zu Materialforschung ebenso wie zu geeigneten Softwarelösungen oder Finanzfragen.

Mit welchen anwendungsorientierten Problemen oder Fragestellungen könnte ich als Kunde oder Ratsuchender zu Ihnen kommen?

Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Eine zukünftig zunehmend wichtige Fragestellung für Unternehmen lautet: Wie kann ich als Unternehmen eine mit quantitativen Zahlen unterlegte Einschätzung darüber erlangen, ob ein Bauteil und seine darin enthaltenen Rohstoffe kritisch sind oder nicht. Solche Bewertungen zur Rohstoffversorgung und Rohstoffkritikalität gab es bislang nur für Länder, aber nicht für Unternehmen. Wir haben dieses Rohstoffbewertungskonzept auf Unternehmen übertragen und können Unternehmen nun ein Entscheidungsmodell liefern, wie verschiedene Rohstoffe in Bauteilen zu bewerten sind. Mit dem von uns speziell für KMU entwickelten Leitfaden erklären wir den Unternehmen, wie sie Problematiken aufdecken können, wie sie die strategischen Bauteile identifizieren und die darin enthaltenen Rohstoffe bewerten und wie sie aus diesen Analyseergebnissen heraus strategische Entscheidungen treffen können. Mir ist kein anderer Anbieter außer uns bekannt, der eine solche Analyse bislang durchführen kann. Im Rahmen unserer Beratung qualifizieren wir die Unternehmen mit Hilfe des entwickelten Leitfadens dann, dies zukünftig auch selbst in Ihrem Unternehmen zu leisten.

Darüber hinaus bieten wir Unternehmen zahlreiche andere Leistungen an, z.B. entwickeln wir mit Unternehmen Roadmaps zu Rohstofffragen, Konzepte zum ressourceneffizienten Supply Chain Management oder liefern Entscheidungshilfen für strategische Betriebs- oder Produktentscheidungen durch finanzwirtschaftliche Analysen im Zusammenhang mit Materialfragen.

Wenn Sie mit einer Fragestellung zu uns kommen, plane ich als Leiterin des Ressource Lab dann mit Ihnen das passende Projekt zu Ihrer Fragestellung und hole Ihnen die geeigneten Experten aus unserer Forschungsgruppe hinzu.

Welche Kunden oder Kooperationspartner suchen Sie?

Wir beraten von großen Unternehmen wie Thyssen Krupp bis zu mittleren und kleinen Unternehmen alle Unternehmensgrößen. Interessant ist unsere Expertise für produzierende Unternehmen, vor allem metallverarbeitende Unternehmen oder Unternehmen der Elektronikbranche, aber wir hatten z.B. auch schon Reinigungsfirmen, die sich mit Rohstofffragen z.B. Palmöl auseinandersetzen wollten. Wir betrachten also auch nachwachsende Rohstoffe. Darüber hinaus suchen wir natürlich auch Anwendungspartner für große Forschungsprojekte.

Was sind Ihrer Meinung nach die aktuell (oder zukünftig) wichtigsten Herausforderungen im Bereich Ressourceneffizienz für die Zukunft?

Ressourceneffizienz ist ein komplexes Thema, das nicht an den betrieblichen Grenzen endet. Eine große Herausforderung wird darin liegen, Konzepte für eine Gesellschaft in Form einer „Circular oder Green Economy“ zu entwickeln, also eine Wirtschaftsform, die mit geschlossenen Kreisläufen für alle Rohstoffe arbeitet. Die weitere ganz große Herausforderung liegt darin, Konzepte des nachhaltigen Wirtschaftens und der nachhaltigen Bioökonomie zu entwickeln: Haben wir genug Rohstoffe, um in Zukunft unsere Bedürfnisse zu erfüllen?

Diese beiden Herausforderungen werden zu enormen Umwälzungen auf dem Markt führen. Darauf sollten sich Unternehmen rechtzeitig einstellen, wenn sie zukunftsfähig bleiben wollen und rechtzeitig ihre Nischen und Chancen in solchen neuen Märkten finden wollen.

Dr. Andrea Thorenz

Akad. Rätin
Universität Augsburg – Resource Lab
Universitätsstrasse 1a
86159 Augsburg
Tel +49 821 598-3948
Fax +49 821 598-4353

Das bietet Dr. Andrea Thorenz:

Kernkompetenzen von Dr. Andrea Thorenz:

Wertschöpfungsketten strategischer Metalle
Ökonomische und ökologische Bewertung kritischer Rohstoffe
Umweltmanagement
Nachhaltige Pharmazie

Anwendungs- und Technologiebereiche:

Bildung & Sensibilisierung
Energie
Energieeffizienz
Energieerzeugung / Erneuerbare Energien
Management & Strategie
Ressourcenmanagement
Rohstoff- / Ressourcenstrategie
Sustainability Management / Corporate Social Responsibility
Umweltmanagement
Umwelttechnik
Abfall / Kreislaufwirtschaft / Recycling

Phasen im Produktlebenszyklus:

Materialforschung/ -entwicklung
Montage
Nutzung
Produktentwicklung
Produktion
Recycling/Aufbereitung
Rohstoffherstellung / -aufbereitung