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Innovationsberater in Sachen Ressourceneffizienz

Georg Muschik ist Innovationsberater der IHK Schwaben und Teil des IHK Teams Ressourceneffizienz. Der Maschinenbauingenieur mit Schwerpunkt Energie- und Verfahrenstechnik unterstützt Produktionsunternehmen, „wo immer der Schuh gerade drückt“. Als qualifizierter Ressourceneffizienzberater kann er insbesondere bei Innovationsvorhaben und Maßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz wichtige Anregungen geben.

Herr Muschik, Sie beraten Unternehmen bei Innovationsvorhaben und zu Fragen der Ressourceneffizienz – wie gehen Sie dabei vor und welche konkrete Unterstützung bietet die Industrie- und Handelskammer Schwaben Unternehmen an?

Wir beginnen zunächst mit einem „Kurz-Ressourcencheck“, einem Fragenkatalog zu Materialverbräuchen, Energieverbrauch, Mitarbeitern und Prozessthemen. Dann überlegen wir gemeinsam mit dem Unternehmen, welche Themen man wie weiter angehen könnte.

Unser Angebot stellt vor allem eine Orientierungsberatung, die dem Unternehmen einen Einstieg ins Thema bietet und dann je nach Fragestellung geeignete weiterführende Partner vermittelt. Die IHK Schwaben bietet ein branchenübergreifendes Netzwerk von privatwirtschaftlichen und wissenschaftlichen Experten und Dienstleistern an, zu dem man in vielfältiger Weise in Kontakt treten kann: in Fachveranstaltungen, in Erfahrungsaustauschkreisen, in Sprechtagen und ähnlichem.

Hier kommen dann die zahlreichen weiteren Ressourceneffizienz-Experten in der Region Augsburg ins Spiel: Von den Rohstoff-Analyse-Angeboten z.B. des Resource Lab der Universität Augsburg bis zu Fragen des Leichtbaus, der additiven Fertigung oder der ressourceneffizienten Optimierung von Produktionsprozessen haben wir kompetente Ansprechpartner mit ihren Angeboten „im Gepäck“. So können wir für jedes Unternehmen und seine spezifischen Fragestellungen ein geeignetes „Experten-Paket“ zusammenstellen.

Mit welchen Problemen oder Fragestellungen könnte ich als Unternehmen zu Ihnen kommen?

Besonderes Potenzial für Ressourceneffizienz bietet natürlich alles rund um die Frage: „Wie gestalte ich meine Materialflüsse neu?“. Also Fragen von der Materialandienung über die Materialbereitstellung bis zum Materialmanagement und zur Materiallogistik – wenn man uns frühzeitig einbindet, kann man hier mit unserem Netzwerk am meisten machen. Dies gilt natürlich auch für alle Fragen der Produktionsoptimierung oder wenn neue Produktionsanlagen geplant sind: Wenn die neue Halle erstmal steht, kann man nur noch wenig verändern. Bei der Planung am Reißbrett kann man dagegen noch vieles optimieren oder auch ganz neue innovative und ressourceneffiziente Lösungen durchdenken.

Darüber hinaus biete ich aber auch ganz allgemein Hilfestellungen und Beratungen in den Bereichen Produktion, Technologie, Innovation und Ideenmanagement. Hier haben die Unternehmen auch die Möglichkeit, sich an unseren Erfahrungsaustauschkreisen Produktion und Technologiemanagement zu beteiligen.

Eine wichtige Fragen in diesem Zusammenhang ist auch: Wie hole ich Ideen aus den Köpfen meiner Mitarbeiter? Ich berate Unternehmen auch rund um die Bereiche Erfindungen, Patente, Fragen zum technischen Recht, Produktsicherheit und CE. Um den Unternehmen eine bestmögliche Beratung zu geben, arbeite ich intensiv mit Patentanwälten, dem Verein Deutscher Ingenieure oder weiteren Einrichtungen zusammen.

Was sind Ihrer Erfahrung nach die am meisten unterschätzten Effizienzpotenziale bei Unternehmen? Wenn sich ein Unternehmen systematisch mit Ressourceneffizienz auseinandersetzen möchte – wie fängt man das am besten an?

Das Thema Materialeffzienz bietet enorme Potentiale. Das beginnt bereits mit der Materialbeschaffung. Durch eine stärkere Integration des Einkaufs in die Wertschöpfungskette lassen sich vielerorts ungenutzte Potenziale erschließen.

Mein Tipp für Unternehmen ist es, die Mitarbeiter für die Idee zugewinnen, stetig besser zu werden. Kontinuierliche Prozessverbesserungen sind grundlegend für die Aufrechterhaltung bzw. Steigerung der Ressourceneffizienz. Dazu brauchen Sie ein hochauflösendes Monitoring aller Abläufe im Unternehmen, sprich: Sie brauchen die Interaktion mit Ihren Mitarbeitern.

Für welche Unternehmen ist Ihre Beratung besonders interessant?

Ressourceneffizienz ist ein äußerst wichtiges Thema für alle materialverbrauchenden Unternehmen, z.B. metallverarbeitende Unternehmen, Kunststoff-, Chemie- und Elektrounternehmen oder auch den Maschinenbau.

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Beratungen liegt bei kleinen und mittleren Unternehmen bis 250 MA. Für diese Unternehmen gibt es auch eine Menge KMU-Programme zur Förderung, die ggf. weitere Beratungs-, Forschungs- und Umsetzungsaktivitäten fördern.

Welche Charakteristika weißt die Region Schwaben im Bereich der Ressourceneffizienz auf und vor welchen Herausforderungen steht die Region? Wie kann Schwaben diese Herausforderungen lösen?

Die Region Schwaben ist in Sachen effizienter Produktion sehr gut aufgestellt. Der Rohstoffreport 2015 der bayerischen Industrie- und Handelskammern, hat einen Schwerpunkt auf den Bereich Ressourceneffizienz gelegt. Das Ergebnis zeigt: vor allem in die Optimierung der Prozesse und das Umfeld der Produktion investieren Unternehmen viel. Die Potenziale werden in einem sehr hohen Maß genutzt. Die Herausforderung wird sein, dieses hohe Niveau zu halten. Durch Bildung, anwendernahe Forschung und Entwicklung und durch Offenheit für Innovation kann dies Schwaben auch gelingen.

Was sind Ihrer Meinung nach die aktuell (oder zukünftig) wichtigsten Herausforderungen für Unternehmen im Bereich Ressourceneffizienz für die Zukunft?

Das Thema Ressourceneffizienz wird erheblich an Bedeutung gewinnen: Ressourceneffizienz ist heute oft noch ein Einkaufsthema, aber es wird in Zukunft immer wichtiger werden, genau zu wissen, wo kommen die Rohstoffe her, auch die in den zugekauften Teilen. Die Kunden wollen zunehmend wissen, was drin ist z.B. wegen neuer Verordnungen wie REACH. Das Thema Rohstoffanalyse wird deswegen äußerst wichtig werden.

Ich denke, die Fragestellungen im Bereich Ressourceneffizienz werden sich ähnlich dynamisch entwickeln wie im Energiebereich: Da haben wir vor zehn Jahren in den Beratungen angefangen mit Fragen wie „Wie hoch ist der Verbrauch?“. Man fängt mit den kleinen Fragen an, und daraus entwickeln sich die großen Themen. Heute haben wir ganz neue Fragestellungen, da geht es um Lastprofile, Energieeffizienz, Versorgungssicherheit, Energiepuffer und –speicher, CO2-Bilanz, Carbon footprint oder auch die Frage: „Wie mache ich meine Energie selber?“.

Diese Entwicklung wird es für das Thema Materialfluss auch geben: Verschwendung eindämmen ist das Einsteigerthema, langfristig wird es dann um neue Dimensionen von Materialeffizienz, z.B. weniger Materialverbrauch bei Skalierungen, grundlegende Prozess und Produktentwicklung, neue Materialien (z.B. Kohlefaser), Gewichtsreduktion durch funktionsintegrierten Leichtbau oder Fragen zur Reduzierung des Rebound-Effekt gehen.

Unternehmen, die wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen Effizienz immer weiter treiben. Ressourceneffizienz ist hier ein entscheidender Vorteil. Das Thema Materialfluss ist dabei auch immer in Zusammenhang mit Innovation zu sehen: Je ganzheitlicher Unternehmen das Thema Ressourceneffizienz angehen, umso größer die späteren Wettbewerbsvorteile.

Bildquellen

  • georg_muschik-portrait: beppler

Georg Muschik

Industrie- und Handelskammer Schwaben
Stettenstraße 1 + 3
86150 Augsburg
Tel +49 821 3162-403
Fax +49 821 3162-342

Das bietet Georg Muschik:

Kernkompetenzen von Georg Muschik:

Beratung rund um Innovationsvorhaben
Beratung rund um Maßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz
Material- und Energieverbräuche in prodzierenden Unternehmen
Optimierung von Materialflüssen in prodzierenden Unternehmen

Anwendungs- und Technologiebereiche:

Materialforschung & Entwicklung
Materialeffizienz
Neue Materialien

Phasen im Produktlebenszyklus:

Materialforschung/ -entwicklung